Stellen wir uns eine typische Mine vor, sehen wir wahrscheinlich greifbare Rohstoffe, die aus einem physischen Raum herausgeholt werden. Dabei stellt sich die Frage, wie ein immaterielles Gut wie eine Kryptowährung "geschürft" werden kann. So funktioniert es.
Krypto-Mining ist weniger ein Prozess der Gewinnung als vielmehr einer der Erschaffung. Dabei wird ein komplexes mathematisches Rätsel gelöst – mithilfe fortschrittlicher Computerhardware und technischer Expertise. Miner erhalten Kryptowährungs-Rewards für ihre Bemühungen in einem Prozess, der Proof-of-Work genannt wird. Dies führt zum Mining eines Blocks, der anschließend an das Ende der Blockchain angehängt wird.
Blockchains bestehen aus einer Reihe von Transaktionen, die in Blöcken zusammengefasst und jeweils an das Ende aller vorherigen Blöcke angehängt werden. Einmal angehängt, kann ein Block nicht rückgängig gemacht werden und die darin enthaltenen Transaktionen sind finalisiert. Miner konkurrieren miteinander darum, Transaktionen zu validieren und einen neuen Block hinzuzufügen.
Das Krypto-Mining-System setzt Anreize für Sicherheit. Miner müssen Transaktionen erfolgreich und korrekt validieren – das heißt diese Personen schützen dieselbe Kryptowährung, die sie als Bezahlung erhalten möchten.
Wichtig zu wissen ist, dass viele Kryptowährungen nicht gemined werden, darunter auch die zweitgrößte, Ether. Kryptowährungen, die kein Mining verwenden, nutzen andere Mechanismen zur Netzwerksicherung, jeweils mit eigenen Vor- und Nachteilen.
Nun, da wir die Grundlagen des Krypto-Minings kennen, wollen wir die Abfolge der Ereignisse verstehen.
Jeder Transaktionsblock enthält einen Hash, der gelöst werden muss. Ein Hash ist eine digitale Signatur mit fester Länge, die ein Datenstück repräsentiert (und sichert). Miner versuchen, einen Hash einer Transaktion vor ihren Konkurrenten zu entschlüsseln. Gelingt es ihnen, erhalten sie eine Reward. Sind sie nicht die Schnellsten, gehen sie leer aus!
Der Wettbewerb ist derzeit hart und wird noch intensiver, da Mining-Hardware fortschrittlicher wird und die Gleichungen immer schwieriger. Die Gleichungen waren ohnehin schon schwer nachzuvollziehen und erfordern viel (computerunterstütztes) Raten. Es gibt keine andere Methode fürs Mining, als Lösungen für das Rätsel zu erraten und zu überprüfen, ob sie in großem Maßstab korrekt sind. Das Geheimnis eines erfolgreichen Miners ist daher, von genug Rechenleistung unterstützt zu werden, um schneller als alle anderen möglichst viele Lösungen zu raten.
Auch wenn das Mining von Kryptowährungen profitabel sein kann, hat es seinen Preis: Es kostet Miner Tausende von Dollar für Hardware und Strom. Tatsächlich sind die Preise für Mining-Hardware weltweit ähnlich, weshalb ein Wettbewerbsvorteil nur durch Zugang zu günstiger Elektrizität erreicht werden kann.
Im Fall geminter Kryptowährungen wie Bitcoin können Einzelpersonen selbst minen oder auf andere Methoden wie Cloud-Mining zurückgreifen, was den Kauf teurer Hardware überflüssig macht und stattdessen die Nutzung bestehender Server erlaubt. Wer mehr Mining-Leistung möchte, kann sich mit anderen in sogenannten Mining Pools zusammenschließen – einer Gruppe, die gemeinsam über Netzwerk-Rechenleistung mined und die Rewards anteilig nach ihrem Beitrag verteilt.
Ein weiterer Aspekt ist, dass Miner auch Transaktionsgebühren verlangen. Bitcoin-Anhänger glauben, dass mit sinkender Mining-Subvention die Transaktionsgebühren steigen werden, wovon ebenfalls die Miner profitieren. Kritiker hingegen denken, dass eine auf null sinkende Mining-Subvention die Sicherheit so weit verringert, dass Angriffe möglich werden.
Das Bitcoin-Mining verbraucht große Mengen an Strom, was viele als schädlich für die Umwelt ansehen. Einige argumentieren, dass Bitcoin-Miner mehr Strom verbrauchen als manche Länder, wie Argentinien, und dass ein Großteil der Energie aus schmutzigen Quellen stammt. Befürworter argumentieren, Mining stabilisiere Stromnetze, biete Menschen in abgelegenen Regionen die Möglichkeit, Geld zu verdienen, wo es sonst kaum Optionen gibt, dass ein Großteil des verwendeten Stroms ansonsten verschwendet worden wäre und dass die Quelle der Hashpower immer erneuerbarer wird.
Derzeit ist von allen auf dem Markt verfügbaren Validierungsmethoden Proof-of-Work die am weitesten verbreitete und für die meisten Kohlenstoffemissionen verantwortlich. Dennoch lädt der Crypto Climate Accord, eine Initiative zur Reduzierung der durch Krypto-Mining verursachten Emissionen, Personen dazu ein, zu diesem Ziel beizutragen und die Umwelt zu schützen. Über 250 Personen haben sich registriert, um die Branche bis 2040 zu dekarbonisieren.
Zusammengefasst gibt Mining Bitcoin und anderen Proof-of-Work-Kryptowährungen Sicherheit und Vertrauen und eröffnet zugleich eine neue Milliardenindustrie.
Hier sind einige Faktoren, die potenzielle Miner bedenken sollten.
Legalität: Die Vorschriften für Krypto-Mining hängen vom Wohnsitzland ab. Miner sollten sich über die jeweiligen gesetzlichen Regelungen und Protokolle informieren. Beispielsweise ist Bitcoin-Mining in den meisten Ländern legal, aber nicht in allen US-Bundesstaaten.
Besteuerung: Neben hohen Ausgaben können Rewards für Miner steuerpflichtig sein, abhängig vom jeweiligen Steuerwohnsitz. Auch wenn sie diese Rewards tauschen oder verkaufen, müssen sie Steuern zahlen. Vereinfacht gesagt entspricht diese Reward zum Zeitpunkt des Eingangs dem gewöhnlichen Einkommen.
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