
Die World Foundation erweitert das World ID-Protokoll mit der Einführung von World ID-Gebühren, die in WLD zahlbar sind. Die Nutzung bleibt für Endnutzer weiterhin kostenlos, während Anwendungen hingegen für die Nutzung der World ID-Dienste Gebühren zahlen müssen. Jeder Credential-Aussteller kann seine eigene Gebühr für Credentials festlegen und einbehalten, während eine separate Protokollgebühr an das Protokoll selbst zurückfließt.

World ID: Nachweis der Menschlichkeit im Zeitalter der KI
World baut das Netzwerk echter Menschen auf, damit jeder Mensch im Zeitalter der KI profitieren kann. Heute sind bereits 26 Mio. Personen dem World Network beigetreten und 12,3 Mio. Menschen besitzen eine durch den Orb verifizierte World ID. Das Netzwerk verifizierter Menschen wächst rasant, mit über 1500 Orbs, die aktuell weltweit im Einsatz sind, um einzigartige Menschen in 23 Ländern zu verifizieren.
World ID ist ein Protokoll, das ein globales, unter Wahrung der Privatsphäre funktionierendes Identitätsnetzwerk ermöglicht. Im Kern steht der Proof of Human, der vom Orb bereitgestellt wird. Darüber hinaus wird das zukünftige World ID-Protokoll es jeder Organisation (z. B. Unternehmen oder Regierungsinstitutionen) ermöglichen, ein neues World ID Credential (z. B. einen Kreditbericht oder ein Universitätszertifikat) zu erstellen, das Einzelpersonen an ihre World ID anhängen können.
World ID ermöglicht es Personen, Informationen über sich zu teilen, ohne ihre eigentliche Identität preiszugeben. Beispielsweise können durch den Orb verifizierte Personen einer Anwendung (also der empfangenden Partei) nachweisen: „Ich bin ein unverwechselbarer Mensch“, während Personen mit hinterlegtem Reisepass-Credential nachweisen können: „Ich bin über 18“ oder „Ich bin US‑Bürger“. Die Credentials lassen sich auch kombinieren, um zusammengesetzte Nachweise zu erbringen, wie beispielsweise „Ich bin ein unverwechselbarer Mensch, der über 18 ist“, ohne weitere Informationen offenzulegen.
Aufgrund rasanter Fortschritte in der Fähigkeit der KI, Menschen überzeugend zu imitieren, sind sich die Experten einig, dass der Proof of Human eine entscheidende Infrastruktur für die meisten Technologieplattformen werden wird. So hat beispielsweise der Präsident von Microsoft, Brad Smith, Deepfakes als sein größtes KI-bezogenes Problem identifiziert und fordert neue Schutzmaßnahmen, um echte von gefälschten Inhalten zu unterscheiden. Ein gemeinsamer Bericht von NSA, FBI und CISA warnt davor, dass Bedrohungen durch synthetische Medien wie Deepfakes „exponentiell zunehmen“, was eine wachsende Herausforderung für aktuelle Sicherheitssysteme darstellt. Ebenso sagen Gartner-Analysten voraus, dass bis 2028 jede vierte Bewerbung von einer synthetischen Person stammen wird, die Deepfake-Technologie für Videos, Sprachinteraktionen und Credentials nutzt und damit etablierte Fraud Detection-Methoden wie Video-Interviews untergräbt.
Angesichts dessen erkennen immer mehr Branchen die Notwendigkeit eines zuverlässigen Proof of Human. So haben soziale Netzwerke und Messenger-Dienste ein großes Bot-Problem. Im Bank- und Finanzwesen nehmen Deepfake-Betrugsfällestark zu, was die Fraud Detection und finanzielle Compliance zunehmend erschwert. Auch der Gaming- und Unterhaltungssektor kämpft mit Alterskontrollen und KI-Imitationen. Selbst Hochschulen und staatliche Dienste verzeichnen erhebliche finanzielle Verluste durch KI-gestützten Betrug. Zuletzt könnten KI-Agenten in naher Zukunft eine Technologie wie World ID benötigen, damit Menschen Autorität an Agenten delegieren können.
Anwendungen, die einen zuverlässigen Proof of Human möchten, können World ID schon heute integrieren; viele haben dies bereits getan oder befinden sich im Integrationsprozess. Zum Beispiel:
- Razer, ein führendes Unternehmen für eSports-Turniere, hat World ID integriert, um echte menschliche Spieler zu verifizieren. In Mehrspieler-Spielen wie TokyoBEAST hilft World ID dabei, sicherzustellen, dass Menschen gegen Menschen antreten – und nicht gegen eine KI.
- Match Group, der weltweite Pionier im Online-Dating, testet World ID auf seinen Dating-Plattformen (z. B. Tinder, Hinge, Plenty of Fish). World ID hilft Nutzern, das Vertrauen in ihre Online-Interaktionen mit der Gewissheit, dass hinter jeder Interaktion ein echter Mensch steht, zu erhöhen und ermöglicht nahtlose Alterskontrollen.
- Händler auf Shopify, einer der weltweit größten eCommerce-Plattformen, integrieren World ID in ihre Online-Shops. Diese Integration ermöglicht ihnen, bot-sichere Aktionen durchzuführen, exklusive und limitierte Produkt-Drops für verifizierte Menschen anzubieten, die Fraud Detection zu stärken und eine vertrauenswürdige sowie sichere Einkaufserfahrung zu gewährleisten.
- Hakuhodo, Japans zweitgrößte Marketingagentur, plant den Einsatz von World ID, um ein betrugssicheres Werbenetzwerk aufzubauen und damit kosteneffizient mehr unverwechselbare Menschen zu erreichen – und nicht bezahlte „Klickarbeiter“.
Langfristige Nachhaltigkeit des World ID-Protokolls
Bevor wir auf die wirtschaftlichen Mechanismen, die dem World ID-Protokoll zugrunde liegen, erläutern, ist es sinnvoll, auf die Eigentums- und Governance-Struktur einzugehen. Die World Foundation ist die Verwalterin des World-Projekts. Sie unterstützt und fördert die Community, bis das Projekt autark ist. Die Foundation besitzt das geistige Eigentum am World ID-Protokoll, dem Orb und World Chain. Die World Foundation verwaltet außerdem die 75 Prozent aller Worldcoin (WLD)-Token, die der World-Community zugeteilt wurden. Die Foundation weist diese Token drei Zwecken zu: (a) Nutzer-Token, (b) Netzwerkinfrastruktur und (c) Ökosystemaufbau (Details findest du in diesem Blogbeitrag).
Das World-Projekt wird von einem wachsenden Ökosystem von Dienstanbietern unterstützt. Tools for Humanity, das initiale Entwicklungsunternehmen des Projekts, ist derzeit der größte Dienstanbieter und hält das geistige Eigentum der World App – der ersten Wallet-App im World Network.
Im Rahmen ihrer Mission strebt die World Foundation an, das Ökosystem schrittweise zu dezentralisieren und das Projekt eigenständig arbeitsfähig zu machen. Im Zusammenhang mit dem World ID-Protokoll betrifft das im Wesentlichen zwei Komponenten:
- Anreize für Credential-Aussteller: Ermöglichen, dass Credential-Aussteller ausreichend Umsatz generieren, um die Ausgabe und Wartung ihrer Credentials attraktiv zu gestalten.
- Protokoll-Nachhaltigkeit: Es soll ausreichend Umsatz generiert werden, um das Protokoll nachhaltig zu machen.
Zu diesem Zweck führt die Foundation bald World ID-Gebühren ein.
World ID-Gebühren: Gebühren für Anwendungen – nicht für Nutzer
World ID-Gebühren werden Anwendungen berechnet, während die Nutzung des Protokolls für Endnutzer weiterhin kostenfrei bleibt.
Der Wert von World ID entfaltet sich, wenn Anwendungen sie integrieren, um ihre bestehenden Dienste auszubauen oder ganz neue Dienste möglich zu machen – oder gar neue Geschäftsmodelle, die zuvor nicht realisierbar waren. Ein bemerkenswertes Beispiel hierfür ist die Aqua Mini App, die World ID nutzt, um das Online-Engagement ausschließlich von verifizierten Menschen zu messen. Damit werden Content Creator basierend auf echten Nutzer-Interaktionen entlohnt, statt für Bot-Aktivität. Daher ist es naheliegend, dass das Protokoll den Anwendungen für die Nutzung der World ID-Dienste Gebühren berechnet. Anwendungen sind es gewohnt, für die integrierten Komponenten zu zahlen, und werden den Wert erkennen, den World ID für ihre Angebote bietet. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass ein Teil des geschaffenen Mehrwerts an Credential-Aussteller und das Protokoll zurückfließt.
Die World Foundation arbeitet derzeit an den notwendigen Protokollanpassungen, um Anwendungen World ID-Gebühren zu berechnen. Vollständige Details zu diesen technischen Änderungen werden voraussichtlich für Q3 2025 zur öffentlichen Einsicht bereitstehen.
Details zu den World ID-Gebühren
Die World ID-Gebühren setzen sich aus zwei Komponenten zusammen:
- Credential-Gebühr: Jeder Credential-Aussteller (z. B. die World Foundation für Orb-Berechtigungsnachweise, Unternehmen oder staatliche Institutionen für ihre eigenen Credentials) kann eine Gebühr für seine Credentials festlegen und erhält die entsprechenden Gebühreneinnahmen. Dies stellt sicher, dass Credential-Aussteller einen Anreiz haben, ihre Credentials zu erstellen und zu warten.
- Protokollgebühr: Das Protokoll legt eine Basisgebühr fest und erhebt zusätzlich einen kleinen Aufschlag auf die Credential-Gebühr. So wird sichergestellt, dass genügend Umsatz generiert wird, um das Protokoll autark zu machen.
Aus Sicht der Anwendungen gibt es nur eine World ID-Gebühr – die Summe aus Credential-Gebühr und Protokollgebühr. Die World ID-Gebühr wird erhoben, wenn eine Anwendung (über eindeutige App-ID verifiziert) einen World ID-Nachweis anfordert.
Die Zahlung der Gebühr wird auf Protokollebene abgewickelt. Dies ist eines der Merkmale der eingesetzten Private-State-Blockchain der zukünftigen World ID-Architektur (hier mehr zum technischen Hintergrund der zugrunde liegenden Kryptographie). Vereinfacht gesagt kann eine private Blockchain ihren internen Status aktualisieren, ohne dass jemand diese Updates beobachten kann – und bleibt dabei dennoch permissionless. Durch die Nutzung einer privaten Blockchain werden verschiedene Funktionen für das World ID-Protokoll möglich (z. B. World ID-Wiederherstellung und Nutzung mehrerer Wallets). Wichtig ist außerdem, dass ein Teil des Anwendungsstatus eines jeden verifizierten Nutzers dort hinterlegt wird. Der World ID-Smart Contract prüft programmgesteuert, ob die Gebühr bezahlt wurde, bevor einen Beleg der Statusänderung von der privaten Blockchain bereitgestellt wird, die dem Nutzer dann die Generierung des Nachweises ermöglicht. Auf diese Weise stellt die Nutzung einer privaten Blockchain sicher, dass Anwendungen die World ID-Gebühren nicht umgehen können, da sie den Status der Blockchain nicht einsehen können.
Abbildung 1: Übersicht zur geplanten Implementierung der World ID-Gebühr
Abbildung 1 zeigt eine Übersicht zur geplanten Implementierung der World ID-Gebühr am Beispiel eines Nutzers, der sich bereits bei einem Credential-Aussteller angemeldet und seinen Berechtigungsnachweis auf der privaten Blockchain registriert hat. Die World ID-Gebühren funktionieren folgendermaßen: (1) Eine Anwendung, die World ID integriert hat, fordert einen Nachweis (z. B. einzigartiger Menschlichkeit) vom Nutzer an. (2) Der Nutzer entscheidet (z. B. über eine World ID-App wie die World App), die Anfrage an den World ID-Smart Contract auf der privaten Blockchain weiterzuleiten. (3) Der Smart Contract löst automatisch die Zahlung der WLD-Gebühr von einer mit der anfragenden Anwendung verknüpften Wallet aus. (4) Die entsprechende Credential-Gebühr wird an die Wallet des Credential-Ausstellers gezahlt, die Protokollgebühr an die Wallet des Protokolls. (5) Der World ID-Smart Contract aktualisiert seinen eigenen Status. (6) Der World ID-Smart Contract sendet dem Nutzer einen Beleg über die Statusänderung. (7) Die App des Nutzers generiert den World ID-Nachweis und übermittelt ihn an die Anwendung.
Der World ID-Smart Contract verlangt, dass Gebühren in WLD bezahlt werden. Das bedeutet, dass die Wallets der Anwendungen auf der privaten Blockchain vorab mit WLD aufgeladen sein müssen. Web3-native Anwendungen können ihre Wallet direkt auf der Blockchain vorab aufladen. Alternativ können Anwendungen (z. B. Web2-Plattformen) einen Drittanbieter für die Aufladung nutzen, der die Wallet-Aufladung übernimmt und mit der Anwendung in einer Fiatwährung abrechnet. In jedem Fall werden alle Gebühren letztlich mit WLD-Token bezahlt.
Preisfindungsmechanismen
Abbildung 1 geht implizit davon aus, dass World ID-Gebühren für jeden World ID-Nachweis anfallen. In der Praxis kann jeder Credential-Aussteller einen beliebigen Preisfindungsmechanismus wählen, der mit der Struktur aus Abbildung 1 kompatibel ist. Da Preisfindungsmechanismen als Smart Contract auf der privaten Blockchain implementiert werden, sind zahlreiche Optionen möglich, unter anderem:
- Pro Nachweis: Für jeden World ID-Nachweis könnte eine Gebühr erhoben werden.
- Pro Monat und aktiver Nutzer: Für jeden aktiven Nutzer (pro App-ID) könnte eine monatliche Gebühr erhoben werden. Für jeden Nutzer wird die Gebühr bei der ersten Anfrage eines Nachweises für ihn im Monat erhoben. Da die Berechnung innerhalb der privaten Blockchain erfolgt, kann ein Preismodell nach Monat und aktivem Nutzer umgesetzt werden, ohne die Identität der Nutzer offenzulegen.
- Kostenlose Stufen: Die ersten 1000 Nutzer oder die ersten 1000 Nachweise könnten kostenlos sein.
- Rabatte bei hohem Volumen: Die Gebühr pro Nutzer oder Nachweis kann mit wachsendem Volumen sinken.
- Rabatte für bestimmte Anwendungen: Ein Credential-Aussteller könnte bestimmten Anwendungen (z. B. NGOs) Rabatte gewähren oder seine Credentials sogar kostenlos anbieten.
- Gebühren nach wirtschaftlichem Wert: Ein Credential-Aussteller könnte mehrere Nachweis-Varianten mit unterschiedlichen Gebührensätzen anbieten – einige mit bewusst niedrigerer Nachweissicherheit –, sodass Anwendungen das für sie passende Niveau wählen können.
Während viele verschiedene Preisfindungsmechanismen möglich sind, werden die meisten Anwendungen vermutlich eine monatliche Gebühr pro aktivem Nutzer bevorzugen, weil sie diese mit dem durch World ID pro Nutzer und Monat generierten Wert (z. B. durch einen höheren ARPU) vergleichen können. Für die Basisgebührkomponente der Protokollgebühr kann die Governance ebenso einen geeigneten Preisfindungsmechanismus wählen.
Das künftige World ID-Protokoll ermöglicht auch ein „Chaining“ von Credentials: So kann z. B. der Mensch-Nachweis mit einem Altersnachweis, etwa aus einem Reisepass, kombiniert werden. Die Gebührensätze könnten dann von der Kombination der für einen World ID-Nachweis erforderlichen Credentials abhängen. Beispielsweise könnte die Gebühr für einen Nachweis der Einzigartigkeit niedriger sein als für einen Nachweis der Einzigartigkeit und des Alters.
Verwendung der Gebühren
Jeder Credential-Aussteller entscheidet eigenständig, wie er die Einnahmen aus seinen Credential-Gebühren verwendet. Was die Protokollgebühren betrifft, so verwaltet die World Foundation zunächst deren Verwendung. Im Zuge der fortschreitenden Dezentralisierung der Governance wird diese Verantwortung auf die World-Community übergehen. Die Community kann entscheiden, einen Teil der Gebühren für das weitere Netzwerk-Wachstum einzusetzen – etwa zur Unterstützung von Operatoren, für Nutzer-Token oder auch einen Anteil der Gebühren verbrennen. Mit dem Wachstum des World ID-Protokolls (mehr Beteiligte, Anwendungen und World ID-Nachweise) werden mehr Gebühren eingenommen, die wiederum ins Ökosystem zurückfließen und ein weiteres Wachstum ermöglichen – ein selbstverstärkender Mechanismus.
Outlook
Die World Foundation arbeitet derzeit an den notwendigen Protokolländerungen, um die World ID-Gebühren zu ermöglichen. Die Foundation rechnet damit, diese Arbeit im dritten Quartal 2025 abzuschließen und einen ersten Pilotversuch zur Gebührenerhebung durchzuführen. Die Foundation ist davon überzeugt, dass es wichtig ist, den Weg zu World ID-Gebühren frühzeitig aufzuzeigen, um andere Akteure des Ökosystems zu motivieren, Credentials auszugeben und zu warten, und um zu zeigen, wie das Protokoll sich eigenständig finanzieren kann.
Während die Foundation die Einführung der World ID-Gebühren vorbereitet, liegt der Hauptfokus weiterhin auf dem Wachstum des World Network. Die Foundation wird außerdem weiterhin Grants vergeben, um die Community der Mini App-Entwickler, Credential-Aussteller und Anwendungen mit World ID-Integration zu unterstützen.
Haftungsausschluss
Dieser Beitrag dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt kein Verkaufsangebot und keine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Tokens oder digitale Assets dar. Tools for Humanity und die World Foundation bieten keine Anlageberatung an und geben keine Garantien hinsichtlich des zukünftigen Wertes oder der zukünftigen Wertentwicklung eines digitalen Assets, einschließlich WLD.
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