Eine NFT-Whitelist ist eine ausgewählte Sammlung von Krypto-Wallet-Adressen mit speziellem Zugang zu neuen NFTs. Typischerweise vergeben NFT-Projekte Whitelist-Slots an ihre erfahrensten und aktivsten Online-Community-Mitglieder. Whitelist-Nutzer haben den Vorteil, NFTs in ihre verknüpfte Krypto-Wallet zu minten, bevor die breite Öffentlichkeit Zugriff erhält. Minten eines NFTs bedeutet, einen einzigartigen digitalen Token auf einem Smart Contract einer Blockchain zu veröffentlichen; wer einen NFT mintet, wird dessen erster Besitzer. Manche NFT-Projekte verwenden auch Begriffe wie „allowlists“, „mint passes“ oder „pre-mints“, die im Allgemeinen synonym zu Whitelists verwendet werden.
Jedes NFT-Projekt hat eigene Anforderungen bei der Entwicklung einer Whitelist. Die Projektleiter veröffentlichen normalerweise spezifische Details zu ihren Whitelist-Regeln, akzeptierten Wallets und wichtigen Terminen auf ihren Social-Media-Plattformen. Es ist auch üblich, dass NFT-Entwickler mit dem Versprechen auf Whitelist-Plätze Community-Mitglieder motivieren, bevorstehende NFT-Launches zu bewerben. Wer beispielsweise einer Discord-Gruppe eines NFT-Projekts beitritt und auf Twitter oder Telegram Beiträge teilt, hat meistens eine größere Chance, auf eine NFT-Whitelist zu kommen.
Wenn du für eine NFT-Whitelist ausgewählt wirst, fragen die Projektgründer nach einer Krypto-Wallet-Adresse, die mit der jeweiligen Blockchain des NFTs kompatibel ist. Ist ein NFT-Projekt zum Beispiel auf Ethereum (ETH), benötigst du eine Ethereum-Wallet wie MetaMask, während für eine Solana-NFT-Whitelist eine Solana (SOL) Wallet wie Phantom erforderlich ist. Sobald das NFT-Team deine Wallet-Adresse hat und das offizielle NFT-Mint-Datum erreicht ist, kannst du deine Krypto-Wallet mit der offiziellen Projektwebsite verbinden und die maximal erlaubte Anzahl an NFTs minten.
Manche Projekte verteilen NFTs kostenlos, jedoch musst du oft eine geringe Gebühr in Krypto zahlen, um ein NFT zu minten. Du zahlst außerdem Gas Fees auf der Blockchain, danach erscheint das NFT in deiner Krypto-Wallet.
Um zu lernen, wie man eine Whitelist für NFTs erstellt, ist umfangreiches Wissen im Blockchain-Coding erforderlich. Deshalb müssen NFT-Entwickler mit den technischen Details der verwendeten Blockchain vertraut sein. Sie müssen außerdem wissen, wie sie Smart Contracts nutzen, um eine automatisierte und vertrauenslose Krypto-Transaktion zu ermöglichen. (Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sind NFTs nur auf Smart Contract-Blockchains wie Ethereum, Solana und Polygon verfügbar.)
Von der Abwehr von Betrügern bis zum Generieren von Social-Media-Hype gibt es viele Gründe, warum NFT-Whitelists im Web3 einflussreich geworden sind – nicht nur für NFT-Ersteller, sondern auch für Käufer.
Der erste Schritt, um sich für eine NFT-Whitelist zu registrieren, ist ein bevorstehendes NFT-Projekt zu finden. Du kannst den NFT-Sektor auf Krypto-News-Seiten wie CoinDesk oder Preisaggregatoren wie CoinMarketCap verfolgen, um über große Releases informiert zu bleiben. Auch viele NFT-spezifische Seiten wie Rarity.Tools und NFTcalendar.io veröffentlichen aktuelle NFT-Mint-Kalender.
Auch wenn es möglich ist, die Veröffentlichungstermine von NFTs über soziale Medien zu finden, solltest du diese Informationen immer dreifach überprüfen. Plattformen wie Discord, Twitter und Telegram sind feste Bestandteile der NFT-Szene, aber sie sind auch anfällig für Betrugsversuche.
Nachdem du ein NFT-Projekt mit anstehendem Mint-Datum recherchiert hast, kannst du das Team fragen, wie du dich für eine Whitelist bewerben kannst. Manche NFT-Teams listen Möglichkeiten auf, deine Chancen auf einen Whitelist-Platz zu erhöhen. Selbst wenn sie nicht ausdrücklich sagen, was zu tun ist, hast du bessere Chancen auf einen Platz, wenn du auf den Kanälen des NFT-Projekts aktiv bist.
NFT-Whitelists helfen zwar, den Minting-Prozess zu optimieren, sind aber nicht frei von Sicherheitsrisiken. Da der NFT-Markt neu und größtenteils unreguliert ist, nutzen viele unseriöse Projekte Whitelists, um Käufer mit Rug Pulls zu betrügen. Bei einem Rug Pull stehlen Entwickler sämtliche Krypto der Nutzer, ohne die versprochenen NFTs zu liefern. Zum Beispiel hat das US-Justizministerium 2022 die Entwickler der Frosties-NFT-Kollektion festgenommen. Laut DOJ löschte das Frosties-Team nach dem Einsammeln der Krypto von Whitelist-Mitgliedern ihre Social-Media-Konten. Angeblich versuchte das Frosties-Team auch, einen Rug Pull bei den Embers-NFTs durchzuführen.
Leider gibt es viele unseriöse NFT-Projekte, weshalb es wichtig ist, jede NFT-Kollektion, für die du dich interessierst, sorgfältig zu recherchieren. Viele Experten empfehlen, sich auf NFT-Whitelists mit transparenten Leitern, unabhängigen Audits und offiziellen Akkreditierungen zu konzentrieren.
Zusätzlich zu Rug Pulls kritisieren manche Analysten NFT-Whitelists dafür, dass sie Projekt-Insider mit vergünstigten Konditionen bevorzugen. NFT-Whitelists können es Projekten ermöglichen, Preise künstlich in die Höhe zu treiben – begünstigt durch zu viel Online-Hype und die künstliche Verknappung dieser Token. Da Insiderhandelsgesetze im Krypto-Bereich nicht so klar definiert sind wie an der Börse, besteht Sorge, dass manche NFT-Projekte Whitelists für unzulässige Gewinne nutzen.
Darüber hinaus „spielen viele das System aus“, indem sie sich durch Aktivitäten in die Whitelist drängen, die zwar vordergründig dem Projekt nutzen, aber eigentlich eigennützige Motive haben.
NFT-airdrops ähneln Whitelists, sind aber nicht identisch. Bei einem NFT-airdrop mintet das Projekt NFTs und "droppt" sie in deine Krypto-Wallet. Im Gegensatz zu whitelisted NFTs musst du dich bei airdrops nicht im Projektportal anmelden oder Transaktionsgebühren zahlen, um NFT-airdrops zu beanspruchen.
Sowohl Plätze auf NFT-Whitelists als auch airdrops gehen häufig an Personen, die in den sozialen Medien eines NFT-Projekts aktiv sind. Auch wenn es einen Unterschied zwischen airdrops und Whitelists gibt, ist die Art und Weise, wie du diese Krypto-Rewards beanspruchst, in der Regel dieselbe.
NFT-Whitelists helfen Content-Erstellern und Sammlern, sich zu vernetzen. Das heißt allerdings nicht, dass jede NFT-Whitelist seriös ist. Wenn du daran interessiert bist, NFT-Whitelists beizutreten, ist es essenziell, den Ruf deiner NFT-Kollektion sorgfältig zu prüfen. Seriöse NFT-Projekte sollten unabhängige Audits veröffentlichen und transparente Informationen über ihre Gründer bieten. Wenn du dir die Zeit nimmst, diese Informationen zu prüfen, kannst du dich davor schützen, dich für eine Ponzi-NFT-Whitelist zu registrieren.
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